Hurghada ist das älteste und größte Rote-Meer-Ressort Ägyptens – und der einzige Ort in Afrika, an dem du im Januar bei 22 Grad Wassertemperatur zum Frühstück raus zum Schnorcheln kannst. Vor 40 Jahren noch ein Fischerdorf mit rund 5.000 Einwohnern, ist die Stadt heute mit 250.000 ganzjährigen Bewohnern und über sechs Millionen Touristenübernachtungen pro Jahr die Ferienhauptstadt Nordafrikas. Wer Hurghada mit „nur All-inclusive-Bettenburg“ gleichsetzt, verpasst das eigentliche Argument: Vor der Küste liegt eines der besten Tauch- und Schnorchelreviere der Welt, und die ägyptische Wüste beginnt in Fahrtweite. Im Folgenden liest du, welche Region der langgestreckten Küste zu welchem Reisetyp passt, wann das Meer wirklich zum Baden reicht und wie du klassische Ausflüge nach Luxor und in die Wüste sinnvoll einbaust.
| Land / Region | Ägypten / Rote-Meer-Gouvernorat |
| Sprache | Arabisch, in Hotels und Ressorts Englisch und Deutsch weit verbreitet |
| Währung | Ägyptisches Pfund (EGP), 1 Euro entspricht rund 60 EGP (Stand: September 2026) |
| Wassertemperatur | 28-29 °C (Sommer) / 22 °C (Winter) |
| Beste Reisezeit | Ganzjährig (April/Mai und September/Oktober als optimale Balance) |
| Nächster Flughafen | Hurghada International Airport (HRG), 5 km vom Zentrum |
Das Wichtigste in Kürze
- Hurghada in einem Satz: das größte ägyptische Ressort am Roten Meer, ideal für Bade-, Schnorchel-, Tauchurlauber und als Basis für Wüstenausflüge und Fernreisen nach Luxor.
- Einreise: Deutsche brauchen ein Visum (E-Visum 65 Euro oder Visa-on-Arrival 30 US-Dollar) und einen Reisepass mit mindestens 6 Monaten Restgültigkeit.
- Beste Reisezeit: Ganzjährig bade- und tauchbar. April/Mai und September/Oktober bieten die beste Balance aus warmem Meer und moderaten Preisen; Winter mild bei 22-26 Grad, Sommer heiß bei 34-38 Grad.
- Aufenthaltsdauer: Für einen reinen Badeurlaub reichen 7 Tage, mit Ausflügen nach Luxor und in die Wüste sind 10 bis 14 Tage sinnvoll.
- Kosten: All-inclusive-Wochen ab rund 500 Euro pro Person plus Flug – Hurghada gehört zu den günstigsten Bade-Zielen im Mittelmeerraum.
Urlaub in Hurghada: Das musst du wissen
Hurghada entstand in den 1970er Jahren, als die ägyptische Regierung nach dem Sechstagekrieg 1967 den Aufbau einer touristischen Infrastruktur am Roten Meer forcierte. Aus dem Fischerdorf El Dahar wurde in wenigen Jahrzehnten eine 30 Kilometer lange Ressort-Küste, die sich bis heute weiter nach Süden ausdehnt. Das Herz der Stadt liegt heute nicht mehr im alten Zentrum, sondern in den vier großen Ressortzonen: Sekalla, Sahl Hasheesh, Makadi Bay und Soma Bay.
Reisetechnisch relevant ist die kompakte Anreise. Direkte Charterflüge aus vielen deutschen Städten (Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Wien, Zürich) landen nach rund 4:30 bis 5 Stunden Flugzeit. Der Flughafen liegt nur 5 Kilometer vom Zentrum und maximal 30 Minuten von den Ressortzonen entfernt. Nach der Passkontrolle bist du meist innerhalb einer Stunde am Hotelpool. Kaum ein anderes Fernziel bietet dieses Zugangsverhältnis für einen Winter-Trip.
Für die Unterbringung dominiert das All-Inclusive-Modell. Rund 90 Prozent der Hotels bieten Vollverpflegung inklusive lokaler Getränke, viele auch internationaler Spirituosen. Das ist keine schlechte Wahl, wenn du Ruhe suchst – aber wer authentische Küche und lokale Preise erleben will, sollte mindestens einige Abende außerhalb des Ressorts essen gehen. Die Marina von Hurghada und die Sekalla-Zone bieten dafür genug Alternativen.
Trinkgeld (Baksheesh) wird in Ägypten für jeden Service erwartet: 20 bis 50 EGP für Kofferträger, 50 bis 100 EGP pro Tag für Zimmermädchen, 20 Prozent im Restaurant. All-Inclusive-Hotels drücken zusätzliche Trinkgelder nicht, aber ein aufgerundetes Kleingeld für den Barkeeper öffnet oft die Auswahl.
Geheimtipps und Reisefehler in Hurghada
Der häufigste Fehler ist die Ressortwahl. Wer im Reisebüro nur „Hurghada“ bucht, kann in Sekalla (Zentrum, günstig, laut) oder in Soma Bay (Luxus, weit weg, ruhig) landen – zwei völlig unterschiedliche Urlaube. Für Familien und Paare mit Ruhebedürfnis lohnen sich die südlichen Zonen (Sahl Hasheesh, Makadi Bay, Soma Bay), für junge Reisende und Alleinurlauber die zentrale Sekalla-Region mit besserer Ausgehinfrastruktur. Kläre vor der Buchung, welche Zone dein Ressort liegt und wie weit es zu den beliebten Restaurants und Bars ist.
Der zweite Punkt betrifft das Hausriff. Nicht jedes Ressort hat direkten Zugang zu einem intakten Riff – viele Sandstrände liegen weit vom Riffkante entfernt und du brauchst einen 15-minütigen Steg oder Boot, um zum Schnorcheln zu kommen. Für Taucher und ambitionierte Schnorchler ist ein Hausriff mit direktem Zugang das wichtigste Auswahlkriterium – prüfe vor der Buchung Google-Rezensionen und Fotos, keine Hotelwebsite lügt so oft wie in diesem Punkt.
Ein unterschätztes Thema ist der Wind. Hurghada hat das ganze Jahr über einen kräftigen Nordwestwind, der die Sommerhitze erträglich macht und für Windsurfer und Kitesurfer paradiesische Bedingungen schafft. Für Sonnenanbeter am Pool kann derselbe Wind aber unangenehm werden – vor allem an weniger geschützten Ressorts. Sahl Hasheesh liegt in einer natürlichen Bucht und ist windgeschützter als die offenen Küstenabschnitte weiter nördlich.
Zum Ausflugs-Angebot ein Warnhinweis: Straßenverkäufer und Hotel-Animateure bieten Touren zu Preisen, die oft das Doppelte der offiziellen Tarife betragen. Buche größere Ausflüge (Luxor, Wüstenquad, Tauchgang) über etablierte Anbieter online oder direkt beim Tauchcenter – die Preise sind transparenter, die Sicherheitsstandards höher.
Das Auswärtige Amt rät für den Süden der Sinai-Halbinsel (Sharm el-Sheikh) von unbegleiteten Ausflügen ab – für Hurghada und die südliche Rote-Meer-Küste gibt es diese Einschränkung nicht. Klassische Ressort- und Tauchurlaube gelten als sicher (Stand: September 2026 – vor Reiseantritt auf auswaertiges-amt.de prüfen).
Wie lange solltest du in Hurghada bleiben?
Für einen reinen Bade- und Schnorchelurlaub reichen sieben Nächte – die klassische Ein-Wochen-Charterreise mit vier bis fünf Badetagen, ein bis zwei Tauch- oder Bootstagen und einem Ausflug. Für Familien mit Kindern ist das die häufigste Wahl. Wer neu ins Tauchen einsteigen will (Open-Water-Kurs), sollte mindestens acht bis neun Tage einplanen.
Sinnvoller ist ein Aufenthalt von 10 bis 14 Tagen, wenn du Ausflüge einbauen willst. Damit passen zusätzlich ein Tagesausflug nach Luxor (per Flug), eine Übernachtungstour in die Weiße Wüste oder in die Oase Bahariya, ein zweitägiger Trip ins Wadi el Gemal Nationalpark im Süden. Für Vielflieger und Tauch-Fanatiker sind zweiwöchige Live-Aboard-Trips (Tauchsafaris) an die Elphinstone- oder Brothers-Riffe eine eigene Kategorie – dafür verlagerst du den Aufenthalt vollständig auf ein Boot.
Wetter und beste Reisezeit für Hurghada
Frühling und Herbst (April-Mai, September-Oktober) – die perfekte Balance
Die Kombination aus warmer Luft (27 bis 32 Grad), warmem Meer (24 bis 27 Grad), moderaten Preisen und geringeren Menschenmassen macht diese Übergangsmonate zur idealen Reisezeit. Der Wind ist merklich sanfter als im Sommer, die Sonneneinstrahlung noch nicht extrem. Für Erstbesucher und Familien ohne Ferienpflicht die beste Empfehlung.
Sommer (Juni bis August) – Hochsaison für Bade- und Tauchfans
Die Sommermonate bringen Hurghada auf 34 bis 38 Grad Luft und bis zu 29 Grad Meerwassertemperatur – die höchsten Werte des Jahres. Der Nordwestwind kühlt spürbar, sodass sich die Hitze am Meer angenehmer anfühlt als im Landesinneren. Für Wal-Sichtungen (Elphinstone Reef, Marsa Alam) ist der Sommer die statistisch beste Zeit. Nachteil: europäische Sommerferien treiben die Preise auf das Doppelte der Nebensaison, und Tempel-Ausflüge nach Luxor werden bei 42 bis 45 Grad zur Belastungsprobe.
Winter (November bis März) – Sonne für die europäische Kälteflucht
Der ägyptische Winter bringt milde 22 bis 26 Grad tagsüber, nachts fällt es auf 13 bis 17 Grad ab. Das Meer bleibt bei 22 bis 23 Grad – für empfindliche Schwimmer grenzwertig, für alle anderen problemlos machbar. Regen ist praktisch ausgeschlossen, die Sonne scheint 7 bis 9 Stunden pro Tag. Zwischen Weihnachten und Neujahr ist Hochsaison mit hohen Hotelpreisen, davor und danach ist der Winter die günstigste Zeit für eine Woche Sonne mit garantiert stabilem Wetter.
Detaillierte Klimadaten für ganz Ägypten findest du im Beitrag Wetter und Klima in Ägypten. Für die Rahmenplanung deiner Ägypten-Reise ist die Pillar Page Ägypten Reise planen die passende Basis.
Lage – wo liegt Hurghada?
Hurghada liegt an der Westküste des Roten Meeres, rund 500 Kilometer südöstlich von Kairo und 300 Kilometer östlich von Luxor. Die Küstenlinie erstreckt sich von der Stadt selbst über 40 Kilometer nach Süden, wo sich Ressorts und Hotelanlagen aufreihen. Im Rücken der Küste beginnt die östliche Wüste Ägyptens, im Osten liegen die Inseln des Rote-Meer-Nationalparks (Giftun-Inseln, Abu Ramada, Shaab Iris) mit einigen der besten Riffe.
Vom Hurghada International Airport erreichst du das Zentrum in 15 Minuten, das Ressort in Soma Bay (60 Kilometer südlich) in rund 60 Minuten. Nach Luxor sind es 285 Kilometer über eine gut ausgebaute Wüstenstraße – als Ausflug per Bus, Mietwagen mit Fahrer oder Inlandsflug in unter einer Stunde möglich. Marsa Alam als südlichere Alternative liegt 220 Kilometer weiter im Süden.
Ressortzonen in und um Hurghada
Sekalla (Zentrum Hurghada) ist die ursprüngliche Touristenzone mit der höchsten Dichte an Restaurants, Bars, Nachtclubs und Shopping. Ideal für junge Reisende, die abends etwas erleben wollen, und für Preisbewusste – hier findest du die günstigsten Hotels der Region. Der Strand ist meist schmal und windexponiert.
El Dahar (Altstadt) ist der authentische Kern der Stadt mit Marktplatz, Basar und der ursprünglichen Fischer-Bevölkerung. Kaum Touristenressorts, aber sehenswert für einen Nachmittagsausflug außerhalb der Bade-Blase.
Sahl Hasheesh liegt 20 Kilometer südlich, in einer geschützten Bucht. 5-Sterne-Ressorts, weiße Sandstrände, ruhige Familienatmosphäre und ein eigenes Yachthafen-Zentrum („Old Town Sahl Hasheesh“) machen die Zone zur beliebten Wahl für höhere Ansprüche.
Makadi Bay weitere 10 Kilometer südlich, ist eine reine Ressort-Zone mit zusammenhängenden Hotelanlagen und wenig Infrastruktur außerhalb der Häuser. Ideal für All-Inclusive-Urlauber, die nichts außer Meer, Pool und Buffet suchen.
Soma Bay ist die südlichste und exklusivste Ressortzone, 45 Kilometer von Hurghada Zentrum. 5-Sterne-Häuser, ein 18-Loch-Golfplatz, das berühmte Somabay-Hausriff und ausgezeichnete Windbedingungen für Kitesurfen. Wer Ruhe und Luxus sucht, findet hier das beste Verhältnis.
El Gouna liegt 25 Kilometer nördlich von Hurghada und ist eine eigene Planstadt aus den 1990ern, gebaut wie ein orientalisches Venedig auf 20 Inseln und Lagunen. Deutlich europäisch geprägt, mit hoher Preisstruktur, besten Sportmöglichkeiten (Kite, Golf, Reiten) und einer eigenen Marina. Für Reisende, die Individualurlaub statt Bettenburg suchen, die klare Empfehlung nördlich von Hurghada.
Top-Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Hurghada
Giftun-Inseln. Die beiden Inseln Groß-Giftun und Klein-Giftun liegen 30 bis 45 Bootsminuten vor Hurghada und sind das klassische Ausflugsziel für einen Schnorcheltag. Die weißen Sandstrände (vor allem „Orange Bay“ und „Mahmya Beach“) und die intakten Korallengärten drumherum ziehen täglich hunderte Boote an. Kombitour mit Mittagessen an Bord kostet rund 30 bis 45 Euro pro Person. Am ruhigsten früh morgens vor 10 Uhr oder nach 15 Uhr.

Grand Aquarium Hurghada. Am nördlichen Ende der Sekalla-Zone gelegen, mit einem 25 Meter langen Unterwassertunnel und rund 1.200 Meerestieren aus dem Roten Meer. Sinnvoll bei Regen (der praktisch nie fällt) oder für Familien mit kleinen Kindern. Eintritt rund 25 Euro (Stand: September 2026), Öffnungszeiten 9:00 bis 18:00 Uhr.
El-Mina-Moschee. Die 2012 fertiggestellte Große Moschee am Yachthafen ist die größte Moschee des Roten Meeres und die einzige Sehenswürdigkeit in Hurghada mit klarem architektonischem Anspruch. Zwei Minarette, weißer Kuppelbau, freier Zutritt für Nicht-Muslime außerhalb der Gebetszeiten (Schultern und Knie bedeckt, Frauen mit Kopftuch).
Old Town (El Dahar). Der historische Kern mit Basar (Souq), lokalen Cafés und der Fischereihafen zeigt die andere Seite Hurghadas jenseits der Ressort-Zone. Ein zwei- bis dreistündiger Nachmittagsausflug lohnt sich – für Souvenirs und Papyrus musst du handeln, für die Atmosphäre und einen Karkade-Tee (Hibiskus) reicht das Beobachten.
Sindbad Submarine. Ein echtes Unterwasser-U-Boot (kein „Semi-Submarine“) taucht 22 Meter tief und bietet einen 45-minütigen Blick auf die Korallenriffe für Nicht-Taucher. Bei rund 60 Euro Eintritt (Stand: September 2026) nicht günstig, aber für Kinder und Nicht-Schwimmer die einzige Möglichkeit, das Rote-Meer-Riff aus der Nähe zu sehen.
Delfinschwimmen im offenen Meer. An der Delfinbucht „Sha’ab Samadai“ (nahe Marsa Alam) und dem Dolphin House Reef vor Hurghada leben wilde Populationen der Spinner-Delfine. Verantwortungsvolle Anbieter halten Abstand und limitieren die Gruppengröße. Halbtagestour rund 60 bis 90 Euro pro Person – prüfe vorher Reviews, viele Anbieter arbeiten ohne Rücksicht auf die Tiere.
Die schönsten Strände in und um Hurghada
Orange Bay (Große Giftun-Insel) ist der bekannteste Strand der Region, mit puderweißem Sand und türkisem Flachwasser. Erreichbar nur per Boot (30 Minuten von Hurghada), meist als Teil eines Tagesausflugs. Am schönsten früh morgens vor der Boot-Massenankunft.
Sahl Hasheesh Beach ist der beste Ressortstrand der Region: 12 Kilometer weißer Sand, geschützt in einer natürlichen Bucht, mit dem Hausriff der meisten 5-Sterne-Hotels direkt vor der Küste. Für Familien und Schnorchler die erste Wahl.
Makadi Bay Beach hat eine lange, offene Sandküste ohne echte Bucht, dafür ausgezeichnete Winde für Windsurfer. Die meisten Ressorts haben Wassersport-Center direkt am Strand.
Somabay Beach gehört zur exklusiven Somabay-Halbinsel und ist einer der ruhigsten Strände der Region. Weißer Sand, Palmen, das Somabay-Hausriff nur 100 Meter vor der Küste. Zutritt fast ausschließlich für Ressort-Gäste.
Mahmya Beach (Klein-Giftun) ist die ruhigere Alternative zu Orange Bay – eine private Ökoinsel mit strengem Zutrittskontingent, Restaurant, Sonnenliegen und dem einzigen Zugang zu einem intakten Korallengarten direkt am Strand. Tagestour rund 60 Euro pro Person, inklusive Verpflegung.
Feste Wasserschuhe sind für alle Rote-Meer-Strände Pflicht – die Korallenkanten sind scharf und die Wasserfläche vor vielen Sandstränden ist Steingrund, keine Sandbank. Ohne Schuhe riskierst du schmerzhafte Schnittwunden.
Aktivitäten und Ausflüge ab Hurghada
Tauchen im Roten Meer
Das Rote Meer bei Hurghada gilt als eines der besten Tauchreviere Europas mit über 40 Standard-Tauchplätzen und weiteren 30 im Umkreis von zwei Bootsstunden. Highlights sind das Ras Mohammed National Park (Sinai, per Live-Aboard), die Wracks der SS Thistlegorm (2. Weltkrieg) und das Elphinstone Reef mit Hammerhaien und Ozeanhaien. Tagestour mit zwei Tauchgängen inklusive Ausrüstung 40 bis 60 Euro, PADI-Open-Water-Kurs (4 Tage) rund 300 Euro (Stand: September 2026). Wichtig: Nur bei zertifizierten Tauchcentern buchen, die Sicherheitsstandards variieren stark.
Tagesausflug nach Luxor
Der 285 Kilometer entfernte Luxor mit Karnak-Tempel, Tal der Könige und Luxor-Tempel ist der klassische Kulturausflug ab Hurghada. Zwei Optionen: per Bus (12 Stunden Tagestour, Abfahrt 4:00 Uhr, ab 60 Euro pro Person) oder per Inlandsflug (rund 50 Minuten pro Strecke, ab 150 Euro Retour). Für einen entspannten Tag ist der Flug deutlich sinnvoller. Alternativ zwei Übernachtungen in Luxor mit einer Nil-Kreuzfahrt bis Assuan.
Wüstensafari mit Quad oder Jeep
Halb- oder Ganztagestouren in die östliche Wüste sind das klassische Zusatzprogramm. Programm: Quad-Fahrt, Kamelritt, Beduinen-Zeltbesuch mit Tee, Sonnenuntergang in den Dünen. Halbtag rund 30 bis 45 Euro, Ganztag mit Abendessen und Sternenhimmel-Programm 50 bis 80 Euro pro Person. Für Familien mit Kindern die beliebteste Ausflugsart. Sonnenschutz, geschlossene Schuhe und ein Tuch für den Mund (gegen Staub) mitnehmen.
Kitesurfen und Windsurfen
Der konstante Nordwestwind macht die Küste zu einem der besten Kitesurf-Reviere der Welt. Zentren in Soma Bay, El Gouna und der „Kite-Bucht“ (Ras Sudr) sind international bekannt. Einführungskurs (Anfänger, 3 Tage) rund 300 Euro, Ausrüstungsverleih ab 50 Euro pro Tag. Beste Windsaison ist der Frühling und Herbst – der Wind bläst konstant zwischen 15 und 25 Knoten.
Segelboot- und Katamaran-Tag
Statt des klassischen Motorboot-Ausflugs bieten einige Anbieter Katamaran-Tage mit Segel-Erlebnis. Anfahrt zu den Korallengärten mit Schnorchel-Stopps, Mittagessen an Bord, Rückfahrt mit Sonnenuntergang. Rund 70 bis 100 Euro pro Person, deutlich exklusiver und entspannter als die Standard-Bootstour. Für Paare und ruhesuchende Reisende die schönere Alternative.
Kosten und Budget in Hurghada
Hurghada gehört zu den günstigsten Bade-Destinationen im gesamten Mittelmeerraum. Ein direkter Preisvergleich mit Mallorca, den griechischen Inseln oder Kroatien fällt für Hurghada deutlich günstiger aus. Alle Preise in Euro-Umrechnung, Stand September 2026 (1 Euro = 60 EGP).
Unterkunft
Ein 4-Sterne-All-inclusive-Hotel in Hurghada oder Makadi Bay kostet in der Nebensaison 50 bis 80 Euro pro Person und Nacht, in der Hochsaison (Weihnachten, Ostern) 80 bis 130 Euro. 5-Sterne-Häuser in Sahl Hasheesh oder Soma Bay beginnen bei 100 Euro in der Nebensaison. In El Gouna liegen die Preise wegen der exklusiven Struktur höher (ab 150 Euro). Charterreisen (Flug plus Hotel) sind meist deutlich günstiger als individuelle Buchungen.
Essen und Trinken
Im All-Inclusive-Ressort fällt praktisch kein Aufpreis an. Außerhalb kostet ein Mittagessen im ägyptischen Restaurant 4 bis 10 Euro, ein Abendessen im mittelklassigen Restaurant 15 bis 30 Euro pro Person. Streetfood (Koshari, Falafel) ab 1 Euro. In der Marina und in der El-Dahar-Altstadt sind die Preise am günstigsten, in touristischen Restaurants am Boardwalk oft das Doppelte.
Transport vor Ort
Ein Taxi vom Flughafen ins Zentrum kostet rund 8 Euro, nach Soma Bay 25 Euro. Innerstädtische Fahrten 2 bis 5 Euro (vorher aushandeln oder Ride-Hailing nutzen – Uber funktioniert in Hurghada). Der Roam-Style-Bus verbindet die Küstenzonen, ist aber unzuverlässig. Mietwagen ist wegen des chaotischen Verkehrs für Europäer nicht empfehlenswert, mit Fahrer sind Tagestouren ab 40 bis 60 Euro möglich.
Tagesbudget-Übersicht
| Budget-Reise | ab 50 Euro pro Person und Tag (Hostel oder einfaches Hotel, Streetfood, ein Ausflug) |
| Mittelklasse | 80-150 Euro pro Person und Tag (4-Sterne-All-inclusive, ein Ausflug, ein Restaurantbesuch außerhalb) |
| Komfort | ab 200 Euro pro Person und Tag (5-Sterne Sahl Hasheesh oder Soma Bay, private Tauch-Touren, Luxor-Flug) |
Essen und Trinken in Hurghada
Die Küche in Hurghada ist überwiegend internationale Ressort-Küche mit ägyptischen Elementen. In den All-Inclusive-Häusern findest du klassisches Buffet-Format mit europäischer Basis, dazu einzelne ägyptische Gerichte wie Koshari (Linsen, Reis, Nudeln), Grillspieße und Falafel. Für authentische ägyptische Küche musst du das Ressort verlassen – die besten Adressen sind in der El-Dahar-Altstadt und in der Sekalla-Zone.
Frischer Fisch ist logischerweise ein Highlight. Roter Schnapper, Papageifisch, Barrakuda und Kalamare sind auf jeder Speisekarte. Für ein authentisches Erlebnis ist der Fischmarkt in El Dahar zu empfehlen: Du kaufst den Fisch direkt am Markt und lässt ihn im angeschlossenen Restaurant zubereiten. Vegetarisches und Veganes ist in All-Inclusive-Ressorts problemlos verfügbar, außerhalb muss man gezielt suchen.
Alkohol ist in allen Ressorts und in vielen Restaurants der Touristenzonen verfügbar. Das lokale Bier Stella und der ägyptische Wein (Omar Khayyam) sind ordentlich, im All-Inclusive meist internationale Marken. Wasser aus der Leitung ist nicht trinkbar – auch zum Zähneputzen Flaschenwasser nutzen. Der ägyptische Tee (Shay) und Karkade (Hibiskus-Tee, kalt oder heiß) sind kostenlose lokale Klassiker.
Anreise und Flughafen
Der Hurghada International Airport (HRG) wird von deutschen, österreichischen und schweizerischen Fluglinien mit vielen Direktverbindungen bedient. Flugzeit ab Frankfurt oder München rund 4:30 Stunden, ab Berlin und Wien 4:45 Stunden. Die meisten Verbindungen laufen als Charter im Rahmen von Pauschalreisen, es gibt aber auch Linienflüge, die individuell buchbar sind.
Vom Flughafen ins Zentrum sind es 5 Kilometer und 15 Minuten Fahrzeit, nach Sahl Hasheesh 30 Minuten, nach Soma Bay 60 Minuten, nach El Gouna 40 Minuten (nördlich). Pauschalreisende werden meist per Bus-Transfer abgeholt, individuelle Reisende nehmen Taxi (10 bis 30 Euro je nach Ziel) oder Ride-Hailing (Uber, Careem). Bei Ankunft warten Straßenverkäufer und Fake-Taxifahrer – nur offizielle, gelbe oder blaue Taxis mit Meter oder festgelegtem Airport-Tarif nutzen.
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen für Ägypten ein Visum. Das E-Visum online kostet 65 Euro (Preis ab 2026), Visa-on-Arrival am Flughafen rund 30 US-Dollar in bar. Der Reisepass muss bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültig sein. Ein Personalausweis reicht nicht aus.
Fortbewegung vor Ort
Öffentliche Verkehrsmittel in Hurghada sind unzuverlässig. Der Roam-Style-Bus zwischen den Ressort-Zonen fährt unregelmäßig, für Touristen selten die richtige Wahl. Taxis sind die Standard-Lösung – vor Antritt Preis aushandeln, sonst zahlst du das Zwei- bis Dreifache. Ride-Hailing über Uber oder Careem funktioniert in Hurghada zuverlässig und ist meist günstiger als Taxis.
Mietwagen ist wegen des chaotischen Verkehrs und der aggressiven Fahrweise für Europäer nicht empfehlenswert. Die einzige Empfehlung: ein Fahrer mit Mietwagen für Tages- oder Halbtagesausflüge (ab 40 Euro pro Tag). Für Ausflüge nach Luxor, in die Wüste oder nach El Gouna ist das die stressfreieste Lösung. Buche über etablierte Anbieter oder das Hotel, nicht über Straßenverkäufer.
Nachtleben in Hurghada
Die Sekalla-Zone ist das Zentrum des Nachtlebens in Hurghada. Rund um die Sheraton Street und die Marina liegen die bekanntesten Clubs (Ministry of Sound, Little Buddha, Papas Bar), viele mit europäischer Ausrichtung. Preise für Cocktails 5 bis 10 Euro, Bier 3 bis 5 Euro. Das Publikum ist überwiegend europäisch, vor allem osteuropäisch und deutsch.
Ruhigere Alternativen bieten die Rooftop-Bars der 5-Sterne-Hotels in Sahl Hasheesh, die El Gouna Marina mit ihren Restaurants und Live-Musik am Wasser und die Shisha-Cafés in der El-Dahar-Altstadt (deutlich lokaler, kein Alkohol). Nachtclubs öffnen meist erst nach Mitternacht und laufen bis 4:00 oder 5:00 Uhr. Bars in den Hotels schließen meist um 1:00 Uhr.
Häufige Fragen zu Hurghada
Wie viele Tage sollte man für Hurghada einplanen?
Für einen reinen Bade- und Schnorchelurlaub reichen sieben Nächte. Wer Ausflüge nach Luxor und in die Wüste einplant oder einen Tauchkurs machen will, plant 10 bis 14 Tage. Für Live-Aboard-Tauchtouren zu abgelegenen Riffen eine ganze Woche zusätzlich.
Wann ist die beste Reisezeit für Hurghada?
Ganzjährig bade- und tauchbar. April/Mai und September/Oktober bieten die perfekte Kombination aus warmem Meer (24 bis 27 Grad), angenehmer Luft (27 bis 32 Grad), moderaten Preisen und geringerer Belastung durch Menschenmassen. Der Winter (November bis März) ist mild bei 22 bis 26 Grad, der Sommer heiß bei 34 bis 38 Grad, dank Wind aber erträglich.
Brauche ich für Hurghada ein Visum?
Ja, deutsche Staatsbürger brauchen für Ägypten ein Visum. Das E-Visum vorab online über visa2egypt.gov.eg für 65 Euro (Preis ab 2026) oder das Visa-on-Arrival am Flughafen für 30 US-Dollar in bar. Der Reisepass muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Der Personalausweis reicht nicht.
Ist Hurghada sicher für Touristen?
Ja, Hurghada gilt als sicheres Reiseziel. Das Auswärtige Amt gibt keine Sicherheitseinschränkungen für die Rote-Meer-Küste aus. Klassische Verhaltensregeln reichen: nicht mit auffälligem Schmuck herumlaufen, offene Getränke im Nachtclub nicht unbeaufsichtigt lassen, für Ausflüge lizenzierte Anbieter nutzen. Für den Norden Sinais gilt eine Teilreisewarnung, für Hurghada nicht.
Was kostet eine All-Inclusive-Woche in Hurghada?
Ein 4-Sterne-All-inclusive-Ressort mit Flug ab Frankfurt kostet in der Nebensaison ab 400 bis 600 Euro pro Person für eine Woche. In den Ferienzeiten und zwischen Weihnachten und Neujahr steigen die Preise auf 800 bis 1.200 Euro. 5-Sterne-Häuser in Soma Bay oder Sahl Hasheesh liegen bei 1.000 bis 1.800 Euro pro Person und Woche.
Kann man von Hurghada aus einen Tagesausflug nach Luxor machen?
Ja, per Bus (12 Stunden Tagestour, ab 60 Euro pro Person, Abfahrt 4:00 Uhr) oder per Inlandsflug (50 Minuten pro Strecke, ab 150 Euro Retour). Für einen entspannten Tag mit Karnak, Tal der Könige und Luxor-Tempel ist der Flug deutlich sinnvoller. Alternativ zwei bis drei Übernachtungen mit Nil-Kreuzfahrt bis Assuan.
Welche Ressortzone in Hurghada passt zu wem?
Sekalla (Zentrum) für junge Reisende und günstige Preise, Sahl Hasheesh für Familien und mittleres Preisniveau, Makadi Bay für klassische All-Inclusive-Ruhe, Soma Bay für Luxus und Kite/Golf, El Gouna für Individualreisende mit europäischer Ausrichtung.
Lohnt sich Hurghada als Reiseziel?
Für Reisende mit dem Wunsch nach garantierter Sonne, warmem Meer und All-Inclusive-Komfort zu günstigen Preisen ist Hurghada eines der besten Ziele im gesamten Mittelmeerraum. Die Kombination aus 4:30 Stunden Flug, ganzjährigem Badeklima und exzellenter Tauchqualität ist konkurrenzlos. Für Familien mit Themenpark-Wunsch, Kulturreisende und Naturliebhaber gibt es passendere Ziele.
Wer echte ägyptische Kultur, authentisches Straßenleben und Kontakt zu Einheimischen sucht, findet in Hurghada nur begrenzt Ansätze – die Stadt ist primär auf europäischen Massentourismus ausgelegt. Wer diese Grundausrichtung akzeptiert und die richtigen Ausflüge einbaut, bekommt aber eine der zuverlässigsten und günstigsten Sonnen-Wochen der Welt.