Rhodos ist zwei Inseln in einer. Die Trennlinie verläuft nicht von Nord nach Süd, sondern quer durch den Wind. An der Westküste bläst im Hochsommer der Meltemi so verlässlich, dass dort die Surfschulen stehen. Zwanzig Autominuten weiter östlich liegt das Meer flach wie ein Pool. Wer im Juli ein Hotel in Ixia bucht und ruhige Badetage erwartet, hat schlicht die falsche Seite gewählt. In diesem Beitrag liest du, welcher Urlaubsort zu welchem Reisetyp passt, was die Akropolis von Lindos und der Großmeisterpalast inzwischen kosten und wie die Klimaresilienzabgabe deine Hotelrechnung verändert.
| Land / Region | Griechenland, Dodekanes in der südöstlichen Ägäis |
| Größe | 1.401 km², rund 78 km lang und bis zu 38 km breit |
| Einwohner | rund 115.000, davon etwa 50.000 in Rhodos-Stadt |
| Sprache | Griechisch, in Hotels und Tavernen fast überall Englisch und oft Deutsch |
| Währung | Euro |
| Zeitzone | UTC+2 im Winter und UTC+3 im Sommer, eine Stunde vor Deutschland |
| Wassertemperatur | 24 bis 25 °C im August und September, 16 bis 17 °C im Februar |
| Beste Reisezeit | Mai, Juni, September und Oktober |
| Nächster Flughafen | Rhodos Diagoras (RHO) bei Paradisi, 14 km südwestlich von Rhodos-Stadt |
Urlaub auf Rhodos: Das musst du wissen
Rhodos ist die viertgrößte Insel Griechenlands und die östlichste, die noch als klassisches Pauschalziel gilt. Die türkische Küste liegt an klaren Tagen sichtbar am Horizont, keine 20 Kilometer entfernt. Diese Randlage hat der Insel über Jahrhunderte eine Rolle als Grenzposten eingebracht. Genau daher stammt ihr auffälligstes Merkmal: eine komplett erhaltene mittelalterliche Stadt mitten im Badeort.
Die Insel teilt sich in drei Zonen. Der Norden um Rhodos-Stadt ist dicht besiedelt, gut erschlossen und der Ort für alle, die Kultur und Nachtleben wollen. Die Ostküste trägt die großen Sandstrände und die meisten Hotelanlagen. Der Westen und das bergige Innere sind dünn besiedelt, windiger, ursprünglicher und ohne Mietwagen kaum zugänglich.
Historisch beginnt die bekannte Geschichte mit dem Koloss, einer rund 33 Meter hohen Bronzestatue des Sonnengottes Helios, die zwischen 292 und 280 vor Christus am Hafen entstand. Ein Erdbeben brachte sie 226 vor Christus zu Fall, Reste lagen noch Jahrhunderte am Boden. Gefunden wurde von ihr nie etwas. Der weit verbreitete Bildeindruck einer über die Hafeneinfahrt gespreizten Figur ist eine Erfindung der Neuzeit.
Prägender für das heutige Stadtbild ist der Johanniterorden. Die Ritter beherrschten Rhodos von 1309 bis 1522 und bauten die Stadt zur stärksten Festung des östlichen Mittelmeers aus. Nach einer halbjährigen Belagerung durch Süleyman den Prächtigen zogen sie ab, es folgten fast 400 Jahre osmanische Herrschaft. Von 1912 bis 1943 verwalteten die Italiener die Insel, restaurierten die Ritterbauten großzügig und ließen an mehreren Stellen eigene Anlagen errichten. Erst 1948 kam Rhodos zu Griechenland.
Die Altstadt von Rhodos steht seit 1988 auf der Welterbeliste der UNESCO und gilt als die größte durchgehend bewohnte mittelalterliche Stadt Europas. Hinter den Mauern leben bis heute mehrere tausend Menschen, es ist also kein Freilichtmuseum.
Geheimtipps für Rhodos, die kaum ein Reiseführer nennt
Der wichtigste Tipp ist eine Himmelsrichtung. Weil der Meltemi im Juli und August aus Nordwesten weht, ist die Westküste zwischen Ialyssos und Kamiros an vielen Sommertagen unruhig, während die Ostküste ruhig bleibt. Für einen Badeurlaub im Hochsommer ist die Ostseite deshalb fast immer die bessere Wahl. Für Surfer gilt das Gegenteil.
Zweitens lohnt es sich, Lindos zeitlich zu umgehen. Zwischen 10 und 16 Uhr schieben sich die Ausflugsbusse durch die weißen Gassen, davor und danach ist der Ort ein anderer. Wer um 8 Uhr am Fuß des Burgbergs steht, hat die Akropolis fast für sich und läuft den Aufstieg vor der Mittagshitze.
Drittens: Die Insel hat ein funktionierendes Überlandbusnetz, das kaum jemand nutzt. Die Linien nach Lindos, Faliraki und in den Süden fahren in der Hochsaison etwa stündlich, ein Ticket nach Lindos kostet 6 bis 8 Euro (Stand: September 2026). Für einzelne Ausflüge ist das deutlich günstiger als ein Mietwagen für die ganze Woche.
Und noch ein Hinweis für den Süden. Ab etwa Gennadi wird die Insel spürbar leerer, die Strände sind naturbelassen und die Tavernen kosten ein Drittel weniger als in Lindos. Dafür brauchst du zwingend ein Auto. Wer eine Woche Ruhe sucht und nicht auf Infrastruktur angewiesen ist, findet dort das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Insel.
Die griechische Klimaresilienzabgabe wird direkt im Hotel kassiert und ist in keinem Pauschalpreis enthalten. Sie beträgt je Zimmer und Nacht 2 Euro in Appartements sowie Ein- und Zwei-Sterne-Häusern, 5 Euro bei drei Sternen, 10 Euro bei vier und 15 Euro bei fünf Sternen (Stand: September 2026).
Wie lange solltest du auf Rhodos bleiben?
Für einen reinen Badeurlaub reicht eine Woche. Damit hast du fünf Strandtage, einen Tag für Rhodos-Stadt und einen für Lindos. Beide Orte lassen sich mit dem Bus erreichen, ein Auto ist dafür nicht nötig.
Wer die Insel wirklich sehen will, braucht länger. Der Süden ab Gennadi, die Westküste mit Kamiros und die Bergdörfer um Embonas liegen jeweils eine gute Autostunde von den Hotelzonen entfernt. Für eine Kombination aus Strand, Kultur und Inselinnerem sind zehn bis vierzehn Tage die realistische Größe.
Rhodos eignet sich außerdem gut für Inselhopping im Dodekanes. Symi ist in gut einer Stunde erreicht, Chalki, Tilos und Kos liegen im Fährnetz. Eine gängige Aufteilung sind acht Tage Rhodos und fünf auf einer der kleineren Nachbarinseln. Wie sich das in eine größere Griechenland-Route einfügt, steht im Überblick zur Reiseplanung für Griechenland.
Wetter und beste Reisezeit für Rhodos
Rhodos hat mediterranes Klima mit heißen, absolut trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Die Insel gilt als eine der sonnenreichsten Griechenlands, im Juli sind es rund 13 Sonnenstunden am Tag. Zwischen Juni und September fällt praktisch kein Regen.
| Januar | 15 °C, 4 Sonnenstunden, 11 Regentage, Wasser 17 °C |
| Februar | 15 °C, 5 Sonnenstunden, 9 Regentage, Wasser 16 °C |
| März | 17 °C, 7 Sonnenstunden, 7 Regentage, Wasser 16 °C |
| April | 20 °C, 9 Sonnenstunden, 3 Regentage, Wasser 18 °C |
| Mai | 24 °C, 10 Sonnenstunden, 2 Regentage, Wasser 19 °C |
| Juni | 28 °C, 12 Sonnenstunden, 1 Regentag, Wasser 21 °C |
| Juli | 31 °C, 13 Sonnenstunden, 0 Regentage, Wasser 23 °C |
| August | 31 °C, 12 Sonnenstunden, 0 Regentage, Wasser 25 °C |
| September | 28 °C, 10 Sonnenstunden, 1 Regentag, Wasser 24 °C |
| Oktober | 24 °C, 8 Sonnenstunden, 4 Regentage, Wasser 23 °C |
| November | 20 °C, 6 Sonnenstunden, 7 Regentage, Wasser 20 °C |
| Dezember | 17 °C, 5 Sonnenstunden, 10 Regentage, Wasser 18 °C |
Die Werte sind langjährige Mittel für den Norden der Insel. Im Süden liegen die Sommertemperaturen ein bis zwei Grad höher. Ausführliche Klimadaten für das ganze Land findest du im Beitrag zu Wetter und Klima in Griechenland.
Hochsommer im Juli und August: Hitze, Wind und Höchstpreise
Juli und August bringen verlässlich 31 bis 33 Grad, null Regentage und die höchsten Preise des Jahres. Gleichzeitig weht der Meltemi am stärksten, was die Hitze erträglich macht und an der Westküste für Wellen sorgt. Zwischen 12 und 16 Uhr ist die Sonne auf Rhodos ernst zu nehmen, in dieser Zeit passiert vor Ort wenig.
Für Familien mit schulpflichtigen Kindern bleibt der Hochsommer trotzdem die einzige Option. Die Insel ist darauf eingestellt. Wer flexibel ist, sollte allerdings wissen, dass ein Hotelzimmer im August je nach Haus 40 bis 70 Prozent mehr kostet als im Mai.
Mai, Juni, September und Oktober: die stärkste Zeit der Insel
Diese vier Monate sind der eigentliche Grund, warum Rhodos so gut funktioniert. Im Mai steht die Insel in voller Blüte, es sind 24 Grad und die Wanderwege sind begehbar, das Meer mit 19 Grad allerdings noch frisch. Im Juni passt beides zusammen: 28 Grad, 21 Grad Wassertemperatur und moderate Preise.
Noch besser ist der Herbst. September liefert 28 Grad Luft- und 24 Grad Wassertemperatur, der Oktober immer noch 24 und 23 Grad. Das Meer ist dann am wärmsten, weil es den ganzen Sommer über Wärme gespeichert hat. Wer Rhodos zum ersten Mal besucht und die Wahl hat, sollte Mitte September bis Mitte Oktober nehmen.
Rhodos im Winter
Zwischen November und März ist Rhodos ein anderer Ort. Die großen Hotelanlagen an der Ostküste schließen, viele Tavernen in Lindos und Faliraki ebenfalls. Rhodos-Stadt bleibt dagegen ganzjährig lebendig, weil dort Menschen wohnen und arbeiten.
Mit 15 bis 17 Grad und neun bis elf Regentagen im Monat ist der Winter kein Badewetter, für Städtebesuche und Wanderungen aber gut geeignet. Die Altstadt ohne Kreuzfahrtgäste zu sehen, ist ein eigenes Erlebnis. Flüge gibt es in dieser Zeit nur mit Umstieg über Athen.
Wassertemperatur und der Unterschied zwischen Ost und West
Das Meer erreicht im August mit rund 25 Grad seinen Höchstwert und bleibt bis in den November hinein über 20 Grad. Von Juni bis Oktober ist Baden ohne Überwindung möglich, im Mai gehört etwas Mut dazu.
Wichtiger als die Temperatur ist der Wellengang. Die Ostküste von Rhodos-Stadt bis Prasonisi ist vom Meltemi abgeschirmt und bietet an den meisten Sommertagen ruhiges Wasser. Die Westküste zwischen Ialyssos, Ixia und Kamiros steht voll im Wind, dort ist der Untergrund zudem meist Kies statt Sand. Wer schwimmen will, bucht östlich. Wer surfen will, westlich oder ganz im Süden.
Rhodos liegt in einer seismisch aktiven Zone, Erdbeben sind möglich. Zwischen August und November können außerdem heftige Herbststürme auftreten, die das Auswärtige Amt als Medicanes bezeichnet und die zu Überschwemmungen führen können (Stand: September 2026).
Lage: Wo liegt Rhodos?
Rhodos liegt in der südöstlichen Ägäis und ist die größte Insel des Dodekanes. Vom Nordzipfel bis zur türkischen Halbinsel Datça sind es nur rund 18 Kilometer, nach Athen dagegen etwa 430 Kilometer Luftlinie. Die Insel liegt damit deutlich näher an Kleinasien als am griechischen Festland.
Geografisch bildet ein Gebirgsrücken das Rückgrat, dessen höchster Punkt der Attavyros mit 1.215 Metern ist. Von dort fällt das Land nach Osten sanft zu breiten Sandbuchten ab und nach Westen steiler zu einer felsigeren Küste. Der Süden läuft in der schmalen Landzunge Prasonisi aus, an der Ägäis und Mittelmeer aufeinandertreffen.
Für die Reiseplanung heißt das: Rhodos ist groß genug, dass die Wahl des Standorts zählt. Zwischen Rhodos-Stadt im Norden und Prasonisi im Süden liegen 90 Kilometer und rund anderthalb Stunden Fahrt. Ein Tagesausflug von Ixia in den tiefen Süden verbraucht mehr Zeit im Auto, als vielen lieb ist.
Die Urlaubsorte auf Rhodos im Überblick
Rhodos-Stadt ist die einzige Adresse für alle, denen Kultur genauso wichtig ist wie Strand. Innerhalb der Stadtmauern wohnst du in Gassen aus dem 15. Jahrhundert, außerhalb liegt mit dem Elli Beach ein städtischer Strand. Restaurants, Bars und Geschäfte haben ganzjährig geöffnet, ein Auto brauchst du nicht.

Ixia und Ialyssos schließen sich westlich an und sind das Zentrum des Surfsports auf Rhodos. Die Hotelanlagen sind groß und komfortabel, der Strand ist Kies und das Wasser oft bewegt. Für Windsurfer und Kiter ist das ideal, für ruhige Badetage nicht.
Faliraki an der Ostküste ist der Ort mit dem breitesten Sandstrand und dem lautesten Nachtleben der Insel. Tagsüber ist es ein normaler Badeort mit Wassersport und Familienhotels, abends konzentriert sich das Publikum auf eine einzige Straße mit Bars und Clubs. Wer Ruhe sucht, bucht am Ortsrand.
Kolymbia und Afandou liegen zwischen Faliraki und Lindos und sind der ruhige Kompromiss. Beide haben lange Kiesstrände, klares Wasser und eine überschaubare Zahl an Tavernen. In Afandou liegt zudem der einzige größere Golfplatz der Insel. Diese Orte passen zu Paaren und Familien, die Infrastruktur wollen, aber keinen Trubel.
Lindos ist der schönste und teuerste Ort auf Rhodos. Weiß gekalkte Häuser stapeln sich unter einem Burgberg, dazwischen laufen autofreie Gassen. Übernachtet wird in umgebauten Kapitänshäusern, gegessen auf Dachterrassen mit Blick auf die Akropolis. Tagsüber ist der Ort voll, abends kehrt Ruhe ein. Für Familien mit Kinderwagen sind die Treppengassen allerdings mühsam.
Kiotari, Lardos und Pefkos im Südosten sind die neuere Hotelzone. Hier stehen große Anlagen an langen, kaum bebauten Stränden, die Preise liegen unter denen im Norden. Der Bereich um Kiotari war 2023 vom Waldbrand betroffen, die Hotels selbst blieben überwiegend verschont. Ohne Auto bist du hier auf das Hotelangebot angewiesen.
Die Westküste und der tiefe Süden ab Gennadi sind für Individualreisende. Es gibt kleine Pensionen, Fischtavernen und Strände ohne Liegenreihen. Dafür fährt der Bus selten. Abends ist zudem wenig los.
Die schönsten Strände auf Rhodos
Tsambika Beach gilt vielen als der schönste Strand der Insel. Die rund 800 Meter lange Bucht hat feinen Goldsand und flach abfallendes, türkisfarbenes Wasser, das für Kinder ideal ist. Oberhalb thront das Kloster Tsambika auf einem Felsen, zu dem knapp 300 Stufen führen. Der Blick von dort auf die Bucht ist der eigentliche Grund für den Aufstieg. Der Strand ist gut organisiert mit Liegen, Tavernen und Wassersport, entsprechend voll wird er ab Mittag. Der Parkplatz ist kostenpflichtig und im August früh belegt.
Anthony Quinn Bay südlich von Faliraki ist eine kleine Felsbucht mit klarem, tiefem Wasser. Sie trägt den Namen des Schauspielers, der während der Dreharbeiten zu einem Kriegsfilm Anfang der 1960er Jahre Land in der Gegend erwarb. Der Untergrund ist Kies und Fels, Badeschuhe sind sinnvoll. Zum Schnorcheln ist es der beste leicht erreichbare Ort auf Rhodos, weil die Felsen bis dicht unter die Oberfläche reichen. Die Bucht ist klein und ab 11 Uhr voll, komm früh oder am späten Nachmittag.
Agathi Beach bei Haraki ist ein flacher Sandstrand in einer geschützten Bucht, umgeben von niedrigen Felsen. Er ist deutlich ruhiger als Tsambika, hat aber trotzdem Liegen und zwei bis drei Tavernen. Das Wasser bleibt lange flach, was den Strand für kleine Kinder interessant macht. Oberhalb liegen die Ruinen der Burg Feraklos, ein kurzer Aufstieg mit gutem Blick.
St. Paul’s Bay unterhalb der Akropolis von Lindos ist die spektakulärste Kulisse der Insel. Eine fast kreisrunde Bucht öffnet sich nur durch eine schmale Lücke zum offenen Meer, darüber steht der Burgberg. Das Wasser ist ruhig und klar, der Strand klein und im Sommer entsprechend voll. Der Zugang führt über einen steilen Fußweg von der Straße oberhalb, festes Schuhwerk hilft.
Prasonisi ganz im Süden ist weniger Strand als geografische Besonderheit. Eine schmale Sandzunge verbindet die Insel mit einem vorgelagerten Felsen, links liegt die Ägäis mit Wellen und Wind, rechts das Mittelmeer mit ruhigem Wasser. Im Sommer ist die Zunge trocken begehbar, im Winter überspült sie das Meer. Prasonisi ist eines der bekanntesten Kite- und Windsurfreviere Europas. Zum reinen Baden ist es nur auf der Ostseite geeignet.
Elli Beach ist der Stadtstrand von Rhodos und liegt direkt an der Nordspitze. Kies und grober Sand, eine Promenade, ein Sprungturm aus der italienischen Zeit und Hotels direkt dahinter. Zum Schwimmen ist er brauchbar, sein eigentlicher Wert liegt in der Erreichbarkeit: Nach einem Vormittag in der Altstadt bist du in zehn Minuten zu Fuß im Wasser.
Glystra Beach zwischen Lardos und Pefkos ist eine kleine, halbmondförmige Sandbucht, die vielen entgeht. Das Wasser ist flach und ruhig, es gibt Liegen und eine einfache Kantine. Der Strand ist zu klein für Busgruppen und deshalb selbst im August entspannt. Parken lässt sich direkt an der Küstenstraße.
Zwei Liegen mit Sonnenschirm kosten an organisierten Stränden auf Rhodos 12 bis 20 Euro pro Tag. Nach griechischem Recht muss ein Teil jedes Strandes frei von Liegen bleiben, mit eigenem Handtuch findest du also fast überall einen Platz (Stand: September 2026).
Top-Sehenswürdigkeiten auf Rhodos
Die Altstadt von Rhodos ist die Hauptattraktion der Insel und ein vollständiger mittelalterlicher Stadtorganismus. Vier Kilometer Mauern umschließen ein Gassennetz, in dem sich Ritterbauten, osmanische Moscheen und italienische Verwaltungsgebäude überlagern. Kern ist die Ritterstraße, eine rund 200 Meter lange Kopfsteinpflastergasse, an der die Herbergen der einzelnen Ordenszungen stehen, jede mit dem Wappen ihrer Nation über dem Portal. Sie ist so gut erhalten, dass sie beim Durchgehen kaum wie ein restauriertes Denkmal wirkt. Am Ende steht der Großmeisterpalast, im 14. Jahrhundert errichtet, 1856 durch eine Explosion zerstört und von den Italienern als Residenz wieder aufgebaut. Im Inneren liegen antike Mosaike, die aus Kos hierher gebracht wurden. Ein Kombiticket für 10 Euro deckt Palast, Archäologisches Museum, Museum für dekorative Künste und die Kirche Panagia tou Kastrou ab und gilt drei Tage. Der Palast ist montags geschlossen (Stand: September 2026).
Die Akropolis von Lindos liegt auf einem 116 Meter hohen Felsen direkt über dem Meer und ist nach der Altstadt die zweitwichtigste Stätte. Oben stehen die Reste des Athena-Lindia-Tempels aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, eine hellenistische Säulenhalle und darüber eine Johanniterburg, die alles überbaut. Aus diesem Nebeneinander von Antike und Mittelalter bezieht der Ort seine Wirkung. Der Aufstieg dauert 15 bis 20 Minuten über Treppen und ist bei Hitze anstrengend, Schatten gibt es kaum. Der Eintritt liegt bei 20 Euro, seit April 2025 deutlich höher als davor. Dienstags ist geschlossen (Stand: September 2026). Geh früh und nimm Wasser mit.
Der Mandraki-Hafen in Rhodos-Stadt ist der Ort, an dem der Koloss gestanden haben soll. Heute markieren zwei Säulen mit den Bronzefiguren einer Hirschkuh und eines Hirschs die Einfahrt, dahinter stehen drei restaurierte Windmühlen aus dem 14. Jahrhundert und die Festung Agios Nikolaos. Die Uferpromenade ist der beste Platz für den Sonnenuntergang in der Stadt. Die Verwaltungsbauten am Landende stammen aus der italienischen Zeit und zeigen einen eigenwilligen Mix aus venezianischen und orientalischen Formen.
Das Schmetterlingstal Petaloudes im Nordwesten ist ein schattiges Flusstal mit Holzstegen, Wasserfällen und Amberbäumen. Von Juni bis September sammeln sich dort Tausende Exemplare des Russischen Bären, einer tagaktiven Bärenspinnerart mit rot-schwarzen Flügeln, die vom Harzduft der Bäume angezogen werden. Die Tiere sitzen bei Ruhe getarnt an den Stämmen und sind erst im Flug auffällig. Genau deshalb gilt: nicht klatschen, nicht scheuchen. Jedes Aufschrecken kostet die Tiere Energie, die sie in dieser Phase nicht ersetzen können. Der Eintritt liegt in der Saison bei 3 bis 6 Euro, außerhalb der Sommermonate ist das Tal ein reines Wandergebiet (Stand: September 2026).
Die antike Stadt Kamiros an der Westküste ist die am besten erhaltene der drei dorischen Städte auf Rhodos. Anders als in Lindos gibt es hier kein einzelnes Monument, sondern einen kompletten Stadtgrundriss an einem Hang: Wohnhäuser, Straßen, ein Wasserreservoir und die Reste einer Tempelterrasse. Weil der Ort nach einem Erdbeben aufgegeben und nie überbaut wurde, lässt sich hier gut nachvollziehen, wie eine antike Kleinstadt organisiert war. Der Eintritt kostet 6 Euro (Stand: September 2026), Schatten gibt es fast keinen. Der Vormittag ist die bessere Besuchszeit.
Die Sieben Quellen Epta Piges liegen im Landesinneren bei Kolymbia und sind ein schattiges Waldstück mit Bachläufen und einem kleinen See. Bekannt sind sie für einen 186 Meter langen, engen Tunnel aus der italienischen Zeit, durch den knöcheltief Wasser läuft und der zum See führt. Wer nicht durch die Dunkelheit will, nimmt den Weg außen herum. Der Zugang zum Gelände ist frei, vor Ort gibt es eine Taverne. Im Hochsommer ist es hier spürbar kühler als an der Küste.
Der Filerimos-Hügel über Ialyssos vereint mehrere Epochen auf engem Raum. Oben stehen ein von den Italienern wiederaufgebautes Kloster, die Grundmauern eines antiken Athena-Tempels und ein 800 Meter langer Kreuzweg, der zu einem großen Betonkreuz mit Aussichtsplattform führt. Der Blick reicht über die gesamte Nordwestküste. Auf dem Gelände laufen freilaufende Pfauen herum. Der Zugang zum Hügel und den Wegen ist frei, für Kloster und Ausgrabungsstätte wird Eintritt verlangt (Stand: September 2026, Preis vor Ort prüfen).
Die Thermen von Kallithea südlich von Rhodos-Stadt sind eine Kuranlage aus den 1920er Jahren, die die Italiener über einer Heilquelle errichteten. Rotunden mit Kuppeln, Mosaikböden und Palmen bilden eine Kulisse, die eher nach Nordafrika aussieht als nach Griechenland. Gekurt wird dort nicht mehr, dafür lässt sich in den Felsbuchten unterhalb baden. Der Eintritt liegt bei rund 4 bis 5 Euro, Liegen kosten extra (Stand: September 2026).
Aktivitäten und Ausflüge ab Rhodos
Tagesausflug nach Symi
Symi ist der lohnendste Ausflug ab Rhodos. Die kleine Nachbarinsel hat einen der eindrucksvollsten Häfen Griechenlands: Neoklassizistische Kapitänshäuser in Ocker, Rosa und Blau stapeln sich amphitheatralisch um die Bucht von Gialos. Der Ort entstand im 19. Jahrhundert aus dem Reichtum der Schwammtaucherei.
Die Fähre ab Rhodos-Stadt braucht je nach Schiff 50 Minuten bis knapp zwei Stunden. Einfache Tickets beginnen bei rund 7 Euro, Tagesausflüge mit Badestopp und Besuch des Panormitis-Klosters kosten 30 bis 60 Euro (Stand: September 2026). Nimm die frühe Fähre, dann hast du den Hafen vor den Ausflugsbooten für dich.
Inselrundfahrt mit dem Mietwagen
Ein Auto für zwei bis drei Tage öffnet die Teile der Insel, die kein Bus erreicht. Eine gute Tagesroute führt von der Ostküste über Lindos nach Süden bis Prasonisi und über die Westküste mit Kamiros zurück. Das sind rund 220 Kilometer und ein voller Tag mit Stopps.
Ein Kleinwagen kostet in der Nebensaison 25 bis 40 Euro pro Tag, in der Hochsaison 45 bis 70 Euro (Stand: September 2026). Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut, im Inselinneren wird es eng und kurvig. Für Mietwagen gilt in Griechenland ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger. Bußgelder werden vor Ort kassiert.
Kite- und Windsurfen in Prasonisi
Prasonisi im äußersten Süden zählt zu den zuverlässigsten Windrevieren des Mittelmeers. Auf der Westseite steht Welle und starker Wind, auf der Ostseite flaches Stehrevier, was Anfänger und Fortgeschrittene am selben Spot unterbringt. Die Saison läuft von Mai bis Oktober, am windigsten ist es im Juli und August.
Ein Materialverleih kostet für einen Tag 50 bis 80 Euro, ein Anfängerkurs über mehrere Tage 250 bis 400 Euro (Stand: September 2026). Von den nördlichen Hotelzonen ist Prasonisi anderthalb Stunden entfernt, für mehrere Surftage lohnt sich eine Unterkunft im Süden.
Weindörfer und Berge im Inselinneren
Rhodos hat eine kleine, ernst zu nehmende Weinregion. Rund um Embonas am Fuß des Attavyros wachsen vor allem die weiße Athiri-Traube und der rote Mandilaria, mehrere Weingüter bieten Verkostungen an. Der Ort selbst ist auf Busgruppen eingestellt, die Güter im Umland deutlich ruhiger.
Wanderbar ist die Insel von Oktober bis Mai. Der Attavyros mit 1.215 Metern ist in gut drei Stunden von Embonas zu besteigen, deutlich einfacher ist der bewaldete Profitis Ilias mit seinen alten Hotelbauten aus der italienischen Zeit. Im Hochsommer ist beides wegen Hitze und Brandgefahr keine gute Idee.
Kosten und Budget auf Rhodos
Rhodos liegt im griechischen Mittelfeld: teurer als das Festland, günstiger als Mykonos oder Santorin. Der größte Hebel ist die Reisezeit. Zwischen Anfang Juli und Ende August kostet dieselbe Unterkunft 40 bis 70 Prozent mehr als im Mai oder Oktober. Der zweite Hebel ist der Ort: In Lindos zahlst du für ein Abendessen leicht das Doppelte wie in Gennadi.
Unterkunft
Ein einfaches Studio mit Küchenzeile kostet in der Nebensaison 45 bis 70 Euro pro Nacht, im August 80 bis 120 Euro. Ein solides Vier-Sterne-Hotel mit Halbpension liegt bei 120 bis 200 Euro für zwei Personen, große All-inclusive-Anlagen beginnen bei rund 180 Euro. In der Altstadt von Rhodos zahlst du für ein Boutiquezimmer 90 bis 160 Euro (Stand: September 2026). Dazu kommt in jedem Fall die Klimaresilienzabgabe.
Essen und Trinken
Ein Gyros Pita am Imbiss kostet 4 bis 5,50 Euro. In einer normalen Taverne liegt ein Hauptgericht bei 10 bis 16 Euro, in einem gehobenen Restaurant in Lindos oder der Altstadt bei 20 bis 32 Euro. Ein Frappé kostet 3 bis 4,50 Euro, ein großes Bier 4,50 bis 6,50 Euro, ein Cocktail 9 bis 14 Euro. Wasser und Brot werden meist berechnet (Stand: September 2026).
Mietwagen und Transport
Stadtbusse in Rhodos kosten 1,50 bis 2 Euro, der Flughafenbus 3 bis 4 Euro. Überlandfahrten mit dem KTEL-Bus liegen je nach Strecke bei 2 bis 8 Euro, Rhodos-Stadt bis Lindos bei 6 bis 8 Euro. Ein Taxi vom Flughafen in die Stadt kostet nach Tarif rund 27,50 Euro, nach Lindos 55 bis 70 Euro. Ein Mietwagen schlägt mit 25 bis 70 Euro pro Tag zu Buche, Benzin liegt etwa auf deutschem Niveau (Stand: September 2026).
Tagesbudget im Überblick
| Budget | 55 bis 80 Euro pro Person und Tag: Studio, Selbstversorgung plus eine Taverne, Bus |
| Mittelklasse | 110 bis 170 Euro pro Person und Tag: Vier-Sterne-Hotel, Restaurantbesuche, Mietwagen an einzelnen Tagen |
| Komfort | ab 230 Euro pro Person und Tag: Resort oder Boutiquehotel in Lindos, gehobene Küche, durchgehend Mietwagen |
Die Werte gelten ohne Flug und für die Nebensaison. Im Juli und August solltest du beim Posten Unterkunft rund die Hälfte aufschlagen. Preise hängen stark von Reisezeit, Lage und eigenem Anspruch ab (Stand: September 2026).
Kartenzahlung ist auf Rhodos weit verbreitet, kleine Tavernen im Inselinneren und Strandkantinen nehmen aber oft nur Bargeld. Eine echte Kreditkarte wird überall akzeptiert, bei einer deutschen Debitkarte kann es in kleinen Betrieben haken.
Essen und Trinken auf Rhodos
Die Küche des Dodekanes unterscheidet sich merklich von der des Festlands. Sie ist stärker vom Meer geprägt, verwendet mehr Hülsenfrüchte und trägt deutliche kleinasiatische Spuren. Wer nur Gyros und Griechischen Salat isst, bekommt davon nichts mit.
Die typischste Vorspeise der Insel sind Pitaroudia, frittierte Bällchen aus Kichererbsen, Zwiebeln, Tomate und Minze. Ebenfalls rhodisch ist Melekouni, ein fester Riegel aus Sesam, Honig und Zitrusschale, der traditionell zu Hochzeiten gereicht wird. Dazu kommen Klassiker wie Fava, ein Püree aus gelben Spalterbsen, gegrillter Oktopus und Saganaki. Im Süden lohnt sich der Fisch direkt am Hafen, wo nach Gewicht abgerechnet wird.
Getrunken wird lokaler Wein aus Embonas, vor allem trockene Weiße aus der Athiri-Traube. Die rhodische Spezialität unter den Spirituosen heißt Souma, ein klarer Tresterbrand, der in einigen Dörfern noch selbst gebrannt wird und meist nach dem Essen aufs Haus kommt. Ouzo und Metaxa sind selbstverständlich überall zu haben.
Vegetarier finden in der griechischen Küche mehr als in vielen anderen Mittelmeerländern. Die orthodoxe Fastentradition hat eine ganze Kategorie pflanzlicher Gerichte hervorgebracht, die unter dem Begriff Nistisima laufen: gefüllte Weinblätter, Bohneneintopf, Wildkräuter mit Zitrone und Olivenöl. Vegane Kost ist außerhalb der Fastenzeiten in kleinen Dorftavernen dagegen Erklärungssache.
Leitungswasser hat in Rhodos-Stadt und den größeren Orten Trinkwasserqualität, schmeckt aber oft kalkig. In kleineren Dörfern und im Süden ist Flaschenwasser üblich, das im Supermarkt rund 0,50 Euro pro Liter kostet.
Anreise nach Rhodos: Flüge und Fähren
Der Flughafen Rhodos Diagoras liegt bei Paradisi an der Westküste, 14 Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt. Er ist einer der verkehrsreichsten Flughäfen Griechenlands und in der Sommersaison von zahlreichen deutschen, österreichischen und Schweizer Flughäfen direkt angeflogen. Die reine Flugzeit beträgt drei bis dreieinhalb Stunden.
Außerhalb der Sommersaison, etwa zwischen November und März, gibt es kaum Direktflüge. Dann führt der Weg über Athen, mit einem Inlandsanschluss von rund einer Stunde. Diese Kombination kostet je nach Vorlauf 150 bis 350 Euro für Hin- und Rückflug (Stand: September 2026).
Alternativ ist Rhodos per Fähre erreichbar. Ab Piräus dauert die Überfahrt je nach Route und Zwischenstopps 14 bis 18 Stunden, meist über Nacht mit Kabine. Diese Variante lohnt sich vor allem, wenn du ohnehin mit dem eigenen Auto in Griechenland unterwegs bist oder Inselhopping planst. Innerhalb des Dodekanes bestehen regelmäßige Verbindungen nach Symi, Chalki, Tilos, Nisyros, Kos und Karpathos.
Fortbewegung auf der Insel
Rhodos hat für eine griechische Insel ein bemerkenswert gutes Busnetz. Zwei Gesellschaften teilen sich die Strecken: eine für die Ostküste bis Lindos und in den Süden, eine für die Westküste und das Inselinnere. In der Hochsaison fahren die wichtigsten Linien etwa stündlich, im Winter deutlich seltener. Die zentrale Haltestelle liegt in Rhodos-Stadt neben dem Neuen Markt.
Innerhalb von Rhodos-Stadt kommst du zu Fuß überall hin, die Altstadt ist ohnehin weitgehend autofrei. Taxis sind zahlreich und laufen nach Taxameter, für längere Strecken gibt es Festpreise vom Flughafen. Ride-Hailing-Apps spielen auf der Insel kaum eine Rolle.
Für alles abseits der Hauptorte brauchst du einen Mietwagen. Die Straßen sind in gutem Zustand, im Bergland allerdings eng und ohne Leitplanken. Roller und Quads werden vielerorts vermietet, die Unfallzahlen sind entsprechend hoch. Beachte, dass Griechenland eine Helmpflicht hat, die auch für Beifahrer gilt und kontrolliert wird.
Zum Fahren reicht auf Rhodos der deutsche, österreichische oder Schweizer Führerschein, ein internationaler ist nicht nötig. Für Fahranfänger in den ersten Jahren und für alle Zweiradfahrer gilt in Griechenland allerdings ein absolutes Alkoholverbot.
Nachtleben auf Rhodos
Das Nachtleben verteilt sich auf drei sehr unterschiedliche Orte. Faliraki hat die dichteste Barmeile der Insel mit Clubs, Cocktailbars und Publikum aus ganz Europa. Es ist laut, günstig und auf eine Straße konzentriert, sodass der Rest des Orts davon wenig mitbekommt.
In Rhodos-Stadt gibt es zwei Szenen. Die Altstadt bietet kleine Bars in Innenhöfen und Gassen, oft mit Livemusik und überwiegend griechischem Publikum. In der Neustadt konzentrieren sich die größeren Clubs auf einige Straßen nahe dem Hafen. Ein Bier kostet dort 4,50 bis 6,50 Euro, ein Cocktail 9 bis 14 Euro (Stand: September 2026).
Lindos spielt in einer eigenen Kategorie. Die Bars liegen auf Dachterrassen mit Blick auf die beleuchtete Akropolis, die Preise sind entsprechend und der Abend endet früher als in Faliraki. Wer einen ruhigen, schönen Abend will, ist hier richtig.
In den Hotelzonen im Südosten und an der Westküste findet das Abendprogramm dagegen weitgehend in den Anlagen selbst statt. Wer dort bucht und trotzdem ausgehen will, braucht ein Auto oder ein Taxi.
Waldbrandgefahr, Sicherheit und Gesundheit
Rhodos ist ein sicheres Reiseziel, Gewaltkriminalität spielt praktisch keine Rolle. Das relevante Risiko ist ein anderes: Im Juli 2023 brannte im Südosten der Insel über Tage ein Waldbrand, der bis zur Ostküste durchschlug und mehrere Hotelzonen zur Evakuierung zwang. Die Brandspuren sind in der Gegend zwischen Laerma, Asklipio und Kiotari bis heute sichtbar, Wiederaufforstungsprojekte laufen.
Das Auswärtige Amt stuft die Waldbrandgefahr in großen Teilen Griechenlands als sehr hoch ein (Stand: September 2026). Für dich heißt das praktisch: Offenes Feuer und Zigaretten im Freien sind zwischen Mai und Oktober tabu, Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze ist verboten. Informiere dich im Hotel über den Evakuierungsplan und speichere die europäische Notrufnummer 112, über die Griechenland auch Warnmeldungen per SMS verschickt.
Zusätzlich liegt die Insel in einer seismisch aktiven Zone. Zwischen August und November können außerdem Herbststürme mit Starkregen auftreten. Beides ist selten, aber eingeplant gehört es.
Gesundheitlich ist Rhodos unkompliziert. Es gibt ein Krankenhaus in Rhodos-Stadt sowie private Praxen in den Touristenorten. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte bist du im öffentlichen System versorgt, eine private Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ist trotzdem sinnvoll, weil sie den Rückflug im Krankheitsfall abdeckt. Pflichtimpfungen gibt es keine, empfohlen sind die Standardimpfungen sowie Hepatitis A. Aktuelle Hinweise stehen beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de.
Zur Einreise genügt für Deutsche, Österreicher und Schweizer der Personalausweis. Griechenland akzeptiert Ausweise und Pässe, die höchstens ein Jahr abgelaufen sind, der vorläufige Personalausweis muss dagegen gültig sein (Stand: September 2026).
Häufige Fragen zu Rhodos
Wann ist die beste Reisezeit für Rhodos?
Die beste Reisezeit für Rhodos sind Mai, Juni, September und Oktober. In diesen Monaten liegen die Temperaturen bei 24 bis 28 Grad, es regnet kaum und die Preise sind deutlich niedriger als im Hochsommer. Am wärmsten ist das Meer im September mit rund 24 Grad.
Welcher Ort auf Rhodos passt zu dir?
Rhodos-Stadt eignet sich für Kultur und Nachtleben ohne Auto, Faliraki für Partyurlaub am Sandstrand, Kolymbia und Afandou für ruhige Familientage, Lindos für Paare mit Sinn für Kulisse und Kiotari oder Lardos für große Anlagen zu moderaten Preisen. Ixia und Ialyssos sind wegen des Windes vor allem für Surfer interessant.
Wie viele Tage solltest du für Rhodos einplanen?
Für einen Badeurlaub mit je einem Tag in Rhodos-Stadt und Lindos reicht eine Woche. Wer zusätzlich den Süden, die Westküste und das Inselinnere sehen will, sollte zehn bis vierzehn Tage einplanen, weil diese Ziele jeweils rund eine Autostunde von den Hotelzonen entfernt liegen.
Brauchst du auf Rhodos einen Mietwagen?
Nicht zwingend. Rhodos-Stadt, Faliraki und Lindos sind mit dem Überlandbus gut erreichbar, ein Ticket nach Lindos kostet 6 bis 8 Euro. Für den tiefen Süden, die Westküste und die Bergdörfer brauchst du dagegen ein Auto, weil dort kaum Busse fahren.
Was kostet eine Woche Rhodos?
Ohne Flug liegt eine Woche bei rund 385 bis 560 Euro pro Person im Budgetbereich, bei 770 bis 1.190 Euro in der Mittelklasse und ab etwa 1.610 Euro im Komfortbereich. Im Juli und August kommt bei der Unterkunft ungefähr die Hälfte dazu, hinzu kommt die Klimaresilienzabgabe von 2 bis 15 Euro pro Nacht (Stand: September 2026).
Ist Rhodos nach dem Waldbrand von 2023 wieder normal bereisbar?
Ja. Betroffen war vor allem der Südosten zwischen Laerma, Asklipio und Kiotari, wo die Brandspuren bis heute sichtbar sind. Die Hotelzonen sind wieder in Betrieb, Wiederaufforstungsprojekte laufen. Das Auswärtige Amt stuft die Waldbrandgefahr in Griechenland allgemein weiterhin als sehr hoch ein (Stand: September 2026).
Reicht für Rhodos der Personalausweis?
Ja. Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt zur Einreise nach Griechenland der Personalausweis. Ausweise und Pässe dürfen höchstens ein Jahr abgelaufen sein, der vorläufige Personalausweis muss dagegen gültig sein (Stand: September 2026).
Fazit: Lohnt sich Rhodos als Reiseziel?
Rhodos ist eine der wenigen griechischen Inseln, auf denen Strandurlaub und ernsthafte Kultur ohne Kompromiss zusammenkommen. Eine mittelalterliche Weltkulturerbestadt, eine antike Akropolis über dem Meer und dazu 300 Sonnentage im Jahr: Diese Kombination gibt es in dieser Dichte sonst kaum. Dass die Insel groß genug für ruhige Ecken und gleichzeitig gut erschlossen ist, macht sie zusätzlich alltagstauglich.
Besonders gut passt Rhodos zu Reisenden, die einen Badeurlaub nicht ohne Ausflugsziele aushalten, zu Familien mit Bedarf an flachen Sandstränden und zu Surfern, die im Süden ein Weltklasserevier finden. Wer maximale Ursprünglichkeit sucht, ist auf den kleineren Dodekanes-Inseln besser aufgehoben.
Zwei Entscheidungen prägen die Reise stärker als alles andere: die Küstenseite und der Monat. Ostküste bedeutet ruhiges Wasser, Westküste bedeutet Wind. September und Oktober liefern warmes Meer zu Nebensaisonpreisen, der August liefert Hitze und Hochsaisonrechnungen. Wer beides bewusst wählt, bekommt auf Rhodos sehr viel Urlaub für sein Geld.