Blick auf die historische Cittadella in Victoria auf der maltesischen Insel Gozo. Eine große maltesische Flagge weht über den honigfarbenen Festungsmauern, daneben erhebt sich ein barocker Glockenturm aus Kalkstein. Im Vordergrund sind die alten Befestigungsanlagen zu sehen, darüber ein weiter Himmel mit dichten Wolken.

Gozo und Comino – Maltas Schwesterinseln

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Guide

Neben der Hauptinsel gehören zu Malta auch die kleineren Schwesterinseln Gozo und Comino, die für viele Reisende zu den schönsten Ausflugszielen des Archipels zählen. Wer seine Reise nach Malta plant, findet die wichtigsten Grundlagen dazu in unserem ausführlichen Guide zur Malta Reiseplanung. Dieser Beitrag ergänzt ihn um die Besonderheiten von Gozo und Comino.

Hier erfährst du, wie du am besten von Malta aus zu den beiden Inseln kommst, welche Sehenswürdigkeiten auf Gozo besonders lohnen, was es mit der Blue Lagoon auf Comino auf sich hat und wie viel Zeit du für einen Ausflug einplanen solltest.

Gozo und Comino auf einen Blick

Beide Inseln liegen nordwestlich der Hauptinsel und lassen sich bequem mit der Fähre erreichen. Gozo ist deutlich grüner, ruhiger und ländlicher geprägt als Malta, während Comino praktisch unbewohnt und autofrei ist.

LageNordwestlich von Malta, getrennt durch den Gozo-Kanal
Charakter GozoRuhig, grün, ländlich
Charakter CominoFast unbewohnt, autofrei, Naturschutzgebiet
Anreise ab MaltaFähre Ċirkewwa–Mġarr (ca. 25 Minuten) oder direkte Boote zur Blue Lagoon
Empfohlene AufenthaltsdauerGozo: 1–2 Tage · Comino: Tagesausflug

Anreise: Wie kommst du von Malta nach Gozo und Comino?

Die wichtigste Verbindung ist die Autofähre zwischen Ċirkewwa im Norden Maltas und Mġarr auf Gozo. Sie verkehrt rund um die Uhr im Abstand von etwa 30 bis 45 Minuten, die Überfahrt dauert rund 25 Minuten. Für Fußgänger kostet die Rückfahrkarte etwa 4,65 €, das Ticket wird meist erst auf der Rückfahrt bezahlt.

Zur Blue Lagoon auf Comino gelangst du dagegen meist mit kleineren Booten, die direkt ab mehreren Orten auf Malta sowie ab Mġarr auf Gozo ablegen. Praktisch: Einige Anbieter kombinieren die Fährfahrt zur Blue Lagoon direkt mit einer Weiterfahrt nach Gozo, sodass sich beide Ziele an einem Tag verbinden lassen.

Sehenswürdigkeiten auf Gozo

Gozo ist deutlich kleiner als die Hauptinsel, bietet auf engem Raum aber eine überraschende Dichte an Sehenswürdigkeiten.

Victoria (Rabat) und die Cittadella
Victoria ist mit rund 7.000 Einwohnern die Hauptstadt Gozos und liegt zentral auf der Insel. Über der Stadt thront die Cittadella, eine jahrhundertealte Festungsanlage mit Blick über nahezu die gesamte Insel. Die Wehrmauern sind kostenlos zugänglich, für die Museen im Inneren gibt es ein Kombiticket für rund 5 €.

Ġgantija-Tempel
Nahe dem Ort Xagħra liegt eine der bedeutendsten prähistorischen Tempelanlagen der Welt. Die Steinbauten sind älter als die ägyptischen Pyramiden und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „Turm der Riesen“, da der Legende nach einst Riesen die Steine bewegt haben sollen.

Dwejra
Die Bucht im Westen Gozos ist bekannt für die Inland Sea, eine natürliche Lagune, die über einen schmalen Felstunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Kleine Boote fahren durch den Tunnel hindurch. In der Nähe liegt das Blue Hole, ein bei Tauchern beliebter Unterwasserschacht, sowie der Felsen Fungus Rock.

Das einst berühmte Azure Window in Dwejra ist bereits am 8. März 2017 bei einem Sturm eingestürzt und existiert nicht mehr. Die Bucht selbst ist mit Inland Sea und Blue Hole aber weiterhin einen Besuch wert.

Ta‘ Pinu
Die Wallfahrtsbasilika bei Għarb zählt zu den wichtigsten religiösen Stätten Maltas. Der schlichte, weit sichtbare Bau liegt inmitten ländlicher Umgebung und vermittelt eine ruhige, fast meditative Atmosphäre, unabhängig von der eigenen Glaubensrichtung.

Xlendi
Die kleine Bucht im Südwesten gilt als eines der hübschesten Fischerdörfer Gozos. Steile Klippen rahmen das klare Wasser ein, das sich gut zum Schwimmen und Schnorcheln eignet. Abends laden mehrere Restaurants direkt am Wasser zum Essen ein.

Ramla Bay
Der rötlich schimmernde Sandstrand an der Nordküste zählt zu den schönsten Stränden des gesamten Archipels. Die Bucht ist recht großzügig, an heißen Sommertagen aber ebenfalls gut besucht.

Wer noch etwas Zeit übrig hat, sollte außerdem einen Stopp bei der Rotunde von Xewkija einplanen, deren Kuppel zu den größten ihrer Art zählt, sowie im Dorf Nadur, das vor allem für seinen ausgelassenen Karneval bekannt ist.

Eine bequeme Möglichkeit, viele dieser Orte an einem Tag zu sehen, sind Hop-on-hop-off-Bustouren mit Tagesticket. Sie fahren feste Routen über die Insel ab und erlauben beliebig häufiges Ein- und Aussteigen an den Haltestellen.

Comino und die Blue Lagoon

Comino ist mit weniger als zehn ständigen Bewohnern die kleinste der drei bewohnten Inseln Maltas und weitgehend Naturschutzgebiet. Das mit Abstand bekannteste Ziel ist die Blue Lagoon, eine flache Bucht mit außergewöhnlich klarem, türkisfarbenem Wasser zwischen Comino und dem vorgelagerten Eiland Cominotto. Der Strandbereich ist inzwischen nur noch mit einem kostenlosen, vorab online gebuchten Zeitfenster-Ticket zugänglich, da die Lagune in der Hochsaison stark überlaufen ist.

Wer es ruhiger mag, findet auf der gegenüberliegenden Seite der Insel die kleinere Crystal Lagoon. Sie ist weniger bekannt und etwas schwerer zugänglich, dafür deutlich weniger überlaufen als die Blue Lagoon.

Das Comino Hotel ist derzeit für Übernachtungsgäste geschlossen und wird umgebaut. Aktuell lebt nur eine einzige Familie dauerhaft auf der Insel, als Übernachtungsmöglichkeit steht lediglich ein einfacher Campingplatz zur Verfügung. Comino eignet sich damit vor allem als Tagesausflugsziel.

Abseits der Lagunen lädt Comino zu kleinen Wanderungen ein, etwa zum alten Wachturm Santa Marija, von dem aus sich ein weiter Blick über beide Lagunen und die Nachbarinseln bietet. Da auf der Insel kaum Fahrzeuge verkehren, lässt sie sich fast vollständig zu Fuß erkunden.

Wie viel Zeit solltest du einplanen?

Für Comino reicht wegen der fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten in der Regel ein halber bis ganzer Tag aus. Gozo dagegen lohnt sich für mindestens ein bis zwei Tage, wer zusätzlich Zeit an den Stränden verbringen oder die Insel entspannter erkunden möchte, plant besser etwas mehr ein. Beide Inseln lassen sich mit einem kombinierten Fährticket auch an einem einzigen, allerdings recht vollen Tag verbinden. Entspannter ist es, mindestens eine Nacht auf Gozo einzuplanen und Comino von dort aus als Tagesausflug anzuschließen.

Praktische Tipps für Gozo und Comino

Das Busnetz auf Gozo ist deutlich dünner als auf der Hauptinsel, weshalb sich für individuelle Erkundungen ein Mietwagen oder eine organisierte Bustour oft mehr lohnt als auf Malta selbst. Für die Blue Lagoon empfiehlt sich ein möglichst früher Besuch am Morgen, bevor die ersten Ausflugsboote von Malta eintreffen. Die Cittadella in Victoria wirkt am späten Nachmittag oder frühen Abend besonders stimmungsvoll, wenn die meisten Tagesbesucher bereits abgereist sind.

Häufige Fragen zu Gozo und Comino

Lohnt sich ein Tagesausflug nach Gozo?

Ein Tagesausflug lohnt sich, um einen ersten Eindruck von Victoria, der Cittadella und ein oder zwei weiteren Highlights zu bekommen. Wer die Insel etwas ausführlicher erleben möchte, ist mit ein bis zwei Übernachtungen deutlich entspannter unterwegs.

Kann man auf Comino übernachten?

Aktuell kaum. Das einzige Hotel der Insel ist wegen Umbauarbeiten geschlossen, als Alternative bleibt lediglich ein einfacher Campingplatz. Die meisten Reisenden besuchen Comino deshalb als Tagesausflug von Malta oder Gozo aus.

Wie kommst du am besten zur Blue Lagoon?

Direkte Boote fahren von mehreren Orten auf Malta sowie ab Mġarr auf Gozo zur Blue Lagoon. Für den Strandbereich selbst wird zusätzlich ein kostenloses Zeitfenster-Ticket benötigt, das vorab online reserviert werden muss.

Gibt es das Azure Window noch?

Nein. Das bekannte Felsentor bei Dwejra ist bereits 2017 eingestürzt und existiert nicht mehr. Die Bucht selbst ist mit der Inland Sea und dem Blue Hole aber weiterhin sehenswert.

Braucht man auf Gozo ein Auto?

Zwingend notwendig ist ein Mietwagen nicht, da auch Busse und organisierte Touren die wichtigsten Orte verbinden. Wer allerdings mehrere abgelegene Ecken der Insel in kurzer Zeit erkunden möchte, ist mit einem eigenen Fahrzeug spürbar flexibler.

Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen (Stand: Juli 2026). Preise, Fährzeiten und Zugangsregeln können sich ändern. Vor Reiseantritt empfiehlt sich eine aktuelle Prüfung über die offiziellen Fähranbieter sowie maltesische Behördenquellen.

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